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Montag, 22. Juli 2002 Oamaru, Neuseeland
Heute kann ich die ersten Pinguinbilder des Jahres präsentieren. Habe heute einen kleinen Mitternachtsspaziergang am Oamaru Harbour entlang unternommen. Ich hatte vorsichtshalber meine Kamera dabei, nur für den Fall, dass sich mir ein Pinguin in den Weg stellen würde. Nun... direkt in den Weg gestellt hat sich mir keiner, aber rechts und links des Weges auffällig geraschelt oder gar aus voller Kehle loskrakelt... das haben meine alten Freunde, die Zwergpinguine (Eudyptula minor), die ja auch unbestritten die wichtigste Attraktion von Oamaru sind. Etwa 15 Monate ist es her, dass ich einen der Burschen zum letzten Mal live erlebt habe - und es war wie zur Zeit meiner Arbeit an diesen Pinguinen (siehe http://www.eudyptula.net). Die Zwerge machen einen Lärm, der sich gewaschen hat, sind zwar vorsichtig, gehen aber auch zum Angriff über, wenn man ihnen zu sehr auf die Pelle rückt.
Die ersten raschelten mich aus dem Gras der Uferböschung warnend an, gingen leicht in Hocke, damit mein Kamerablitz über sie hinwegfegen konnte und warteten dann fast provokativ darauf, dass ich meines Weges zog - was ich dann auch tat. An der Basis des Breakwaters (dem Wellenbrecher des Oamaru Harbours) tummelten sich etliche Pinguine zwischen den Felsen, die während der Aufräumarbeiten im Hafenbecken an die Oberfläche geholt worden waren. Das reinste Krakelkonzert! Einer der Vögel schien einen ziemlich taffen Tag auf See gehabt haben. Er saß, die Flipper an den Körper gelegt, auf dem Breakwater und kratzte sich nicht die Bohne an meiner Anwesenheit.

Das war’s aber auch schon mehr oder weniger, was es von hier an Neuigkeiten zu berichten gibt. Warum nicht mehr zu berichten ist? Nun, es gibt einige Probleme mit unseren Forschungsgenehmigungen auf den Snares Inseln. Das Department of Conservation (DoC) lässt sich viel Zeit. Eigentlich schien alles klar zu sein, nachdem unser Antrag komplett überarbeitet wurde und es eigentlich keinerlei Kritikpunkte mehr gibt. Doch das letzte und entscheidende 'Go!' kommt nicht, so dass sich mittlerweile Fragen aufwerfen, ob das Projekt nicht in letzten Moment noch platzt.

Was ziemlich blöde wäre, da ich nicht nur auf eine andere Pinguinart ausweichen müsste – voraussichtlich Fiordland Pinguine (Eudyptes pachyrhynchus) – sondern, weil dann auch einige Änderungen an diese Website anstehen würden. Nur gut, dass sich im Ernstfall nichts am Domainnamen ändern muss…