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Montag, 23. September 2002 Oamaru, Neuseeland

Auf dem Sprung. Morgen früh geht es zu nahezu unchristlicher Zeit gen Süden. Um sieben Uhr müssen Dave und ich in Dunedin eintrudeln (immerhin anderthalb stunden Fahrt!), mit unserer dritten im Bunde, Melanie Massaro, unsere Ausrüstung und Verpflegung für 7 Wochen Snares Inseln auf einem Anhänger zu verstauen. Danach dann in Windeseile nach Invercargill nahezu am Südende von Neuseeland, um dort neben Quarantänechecks auch eine "Sicherheitsbelehrung" durch das DOC zu durchlaufen.

Die Quarantänechecks werden auch tatsächlich so ablaufen, wie sie sich anhören. All unsere Ausrüstung und Krams wird in einem Quarantäneraum, geöffnet und durchsucht. Jede Mücke, Maus oder Laus, sollte sich dann warm anziehen, denn es gibt kein Pardon. Gleiches gilt auch für Pflanzenreste, Grassamen oder Erdklumpen, die vielleicht unter unseren Stiefeln kleben. Kurzum - alles was organisch ist und nicht zur Anatomie der Wissenschaftler gehört oder ausdrücklich dem Verzehr dient, wird konfisziert, eleminiert und wegreduziert. Mittwochmorgen, um 6 Uhr Ortzszeit, wird dann der Krempel nach Bluff gefahren und auf das Schiff verladen, bevor auch wir an Bord springen und in See stechen... wenn das Wetter mitspielt. Die Langzeitwettervorhersage klingt nicht gut, mit Sturmwarnungen für die Foveaux Strait - und da müssen wir ja durch.

Erstmal auf den Snares angekommen, werden wir uns häuslich einrichten. Also, das Solarpanel auf dem Dach der Hütte installieren, die Satellitenantenne unseres Telefons direkt daneben drappieren, die Hütte verkabeln (Strom, Computernetzwerk) und unsere Gerätschaften aufbauen.

Apropos Satellitenantenne. Wir haben ein Satellitentelefon an Bord. Dies ist nicht etwa als Sicherheitsmassnahme gedacht. Oh nein, heutzutage muss man im Bilde sein, was da draussen passiert, und was gibt es besseres als komprimierte Worte über die Datenautobahn in die Welt zu senden. Mit anderen Worten - wir bleiben im Emailkontakt. Und nicht nur das!

Was dem Leser an dieser Meldung mit Sicherheit mittlerweile aufgefallen ist - es gibt keine Bilder. Dies wird sich voraussichtlich in den nächsten zwei Monaten auch so halten, denn die Satellitentelefonverbindung ist zwar toll, aber leider auch teuer, so dass ich mich beim Update der Webseite auf das Wesentliche beschränken werde. Also zum größtenteil nur Text. Mag sein, dass ab und an auch mal ein Bild mit aus der Wildnis in die weite Welt schwappt, doch das wird wohl nur die Ausnahme der Regel sein.

Nun, all das setzt natürlich voraus, dass wir auch eine Internetverbindung über Satellit hinbekommen. So etwas birgt ja auch immer seine Problemchen. Falls sich also in den nächsten Wochen auf dieser Seite nichts getan hat, haben wir offensichtlich versagt, was die besagten Problemchen angeht. Doch keine Bange, ich werde die Seiten wie gehabt weiterführen - und in jedem Falle nach der Rückkehr in die Zivilisation, entsprechend der früheren Meldungen rückwirkend updaten (Was für ein Satz!).

In diesem Sinne verbleibe ich bis in ein paar Tagen... oder bis Mitte November.