Enttäuschung. Bislang steht
das Projekt alles andere als unter einem guten Stern. So ziemlich
alles was schief gehen kann ging bislang schief. Das fing mit den
endlosen, nervenaufreibenden Genehmigungsdiskussionen an. Zog sich
dann nach der mit knirschenden DOC-Zähnen erteilter Genehmigung
weiter hin mit zwei Sturmwochen, die uns daran hinderten zu den
Inseln zu gelangen. Als Krönung dann das unerwartete Ableben
dreier unser 4 Tauchlogger (TDRs) in der ersten Woche der Feldarbeit
(mal ganz von meinen Fotokameras abgesehen). Eigentlich haben wir
alles Recht endlich mal auf ein Quentchen Glück zu hoffen.
Doch das scheint gerade im Schlussverkauf ausgegangen zu sein.
Am Freitag hockte ich am Landungspunkt der Pinguine. Seit ein paar
Tagen trudeln langsam aber sicher die vollgefutterten und zum Teil
unglaublich fetten Pinguin-Männchen wieder auf der Insel ein,
um ihrer brütenden Gattinen auf dem Nest abzulösen. Entsprechend
erwarten wir auch unsere ausgerüsteten Logger-Pinguine zurück.
Und deswegen hockte ich auf den Felsen, schielte jedem kugelrunden
Pinguin, der in Richtung Wald unterwegs war auf den Rücken.
Plötzlich der Schock! Da war tatsächlich einer unserer
Knaben! Und Dave zu dem Zeitpunnkt oben bei der Kolonie um die Nester
zu checken. Ich griff mir unseren "Pinguinkescher" und
angelte den Loggervogel. Mit dem (zu Recht) erbosten Pinguin verkroch
ich mich in unserer Laborhütte, stülpte ihm eine Kappe
über und machte mich daran den Logger und das Tesa Tape aus
dem Gefieder zu entfernen. Der Vogel war während der ganzen
Zeit unglaublich ruhig - als wüßte er, daß er endlich
- nach 12 Tagen auf See! - diesen nervigen Rucksack loswerden würde.
Keine 15 Minuten nachdem ich den Pinguin gefangen hatte, war er
frei und machte sich empört auf den Weg nach Hause. (Mel sah
den Vogel etwa eine Stunde später an seinem Nest ankommen.)
Ich wetzte, mit vor Aufregung im Hals klopfenden Herzen, zur Hütte,
fuhr meinen Computer hoch. Ich hatte den Logger noch nicht angeschlossen,
als Dave in die Hütte stürmte. "Und???", rief
er. Ich klickte auf "Daten herunterladen". Das Herunterladen
dauerte nur einen Bruchteil einer Sekunde. Mit wurde ein wenig flau.
Ich klickte mich zum Verzeichnis mit den heruntergeladenen Daten.
Ich wurde kreidebleich - die Datei war nur 3 Kb gross. "Was...?",
fragte Dave erschreckt. "Kaum Daten auf dem Logger", erwiderte
ich. Ich öffnete die Loggerdatei. 16 GPS Positionen waren im
Speicher. Allesamt auf der Insel. Nicht eine Position auf See -
und da war der Vogel ganze 12 Tage! Ums anders auszudrücken...
eine riesen Schlag ins Wasser.
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Gestern kam dann der zweite Loggervogel
zu seinem Nest zurück. Dave und ich erleichterten den Vogel
am Abend von seiner GPS Loggerlast. Wie auch der erste Vogel, hielt
der Pinguin still. Das Tesa-Tape ließ sich gut von den Federn
lösen und am Ende, war nichts davon zu sehen, daß der
Knabe für zwei Wochen einen Logger mit sich herumschleppen
musste. Mit gedämpften Erwartungen, luden wir später in
der Hütte die Daten herunter. Alle Achtung: 20 Kb Daten. Dummerweise
alle gespeicherten Positionfixe auf der Insel. Nicht ein einzige
Position während der Vogel auf See war.
Heute schließlich drei der fünf noch ausstehenden Vögel
auf dem Nest. Allesamt GPS Vögel. Mit grimmiger Gewißheit
machte ich mich auf den Weg zur Hütte, nachdem Dave und ich
die Logger in der Kolonie von den Pinguinen entfernt hatten. Als
ich schließlich die Daten herunterlud, gab es keine Überraschung.
Alle Logger haben ihren Dienst versagt, sobald die Pinguine auf
See gingen.
Nach diesen Tiefschlägen, ist unsere Hoffnung irgendetwas
brauchbares aus den GPS Loggern zu gewinnen auf Null gesunken. Das
schlimmste an der Sache ist, daß wir die Vögel mit diesen
hinderlichen Klötzen zwei Wochen lang auf See geschickt haben
für rein gar nichts. Uns fehlen jetzt noch ein GPS Logger und
der TDR. Letzterer ist des einzige Gerät, von dem ich mir noch
Daten erhoffe.
Dave und ich brüten über den GPS Loggern. Mehr und mehr
erscheint es uns, als ob die Geräte nicht nur in ihrer Form,
sondern auch im elektronischen Design ziemlich daneben sind. Unsere
einzige Hoffnung ist es nun, die Geräte zu modifizieren, dass
wir vielleicht doch noch etwas aus den Dingern hervorquetschen können.
Viel können wir nicht tun, denn letztendlich kommt es auf die
GPS Einheiten im Logger an. Wenn diese Einheiten zu langsam sind,
hilft alles modifizieren nichts.
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