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Sonntag, 6. Oktober 2002 Oamaru, Neuseeland

Fast zwei Wochen sitzen wir mittlerweile buchstäblich auf dem Trockenen. Die Snares waren per Boot einfach nicht zu erreichen. Im Südpazifik tobten sich diverse Stürme nacheinander und im Verbund aus. Heute - oh Wunder! - der erste Tag, an dem der neuseeländische Wetterdienst seine nervraubende Phrase "STURMWARNUNG" vor der Beschreibung der aktuellen Wetterlage weggelassen hat. Besser noch: die Dünung um Stewart Island ist auf 3 Meter zurückgegangen - mit abnehmender Tendenz! Das heißt, wir können einen zweiten Anlauf starten, auf die Snares zu kommen. Heute geht's nach Invercargill und morgen dann endlich, hoffentlich, zu den Pinguinen.

Aller Voraussicht nach, wird uns sogar die Foveaux Ferry transportieren... doch mittlerweile haben Mel und ich uns um einen Alternativtransport bemüht - denn, um ehrlich zu sein, so ganz koscher ist uns die Ferry nicht mehr. Mag sein, dass sich die Fährgesellschaft während der letzten Tage zu einer prima Projektionsfläche für den wachsenden Frust in unserem Team entwickelt hat... doch alles in allem, kann sich keiner von uns dem Gefühl erwehren, dass wir von den Leuten an der Nase herumgeführt wurden. Zu spontan kamen die Absagen "no way, mate", wenn wir uns nach den Aussichten in den nächsten 2 Tagen einen Anlauf gen Subantarktis erkundigten. Insgesamt konnte man sich nicht des Eindruckes erwehren, dass die Ferry am liebsten 3 oder 4 ruhige Tage am Stück hätte, bevor man auch nur in Erwägung ziehen könnte in den Süden zu schippern. Und wenn's danach ginge, würden wir nicht vor November loskommen. Was soll's... wenn die Ferry nicht spätestens am Sonntag eine Zusage macht, werden wir mit der Marine Contess auf jeden Fall und "in any weather" in See stechen.

Also... nächstes Lebenszeichen via Satellit von den Snares. Bis dann...