| Im wahrsten Sinne
des Wortes bewegende Momente haben wir hier in Dunedin in der
letzten Nacht erlebt. Es war (laut Presseberichten 00:12 Uhr)
als die Erde sprichwörtlich zu wabernd begann. Erst wackelten
die Wände ein wenig, dann begannen langsam aber stetig
zunehmende Schwingungen... fast wie auf einem Boot. Der Spaß dauerte
gut und gerne zwei Minuten, bevor sich die wogende Bewegung
wieder legte.
Dabei war Dunedin ziemlich weit vom Epizentrum entfernt. Dieses
lad nämich in den äußeren Bereichen des Fiordlandes.
Dort richtete des Beben wenig an, in einigen Läden in
Te Anau fielen die Gewürzgurken aus den Regalen und die
Strasse nach Manapouri trug einen 50 Meter langen und 5 cm
weiten Riss davon. Doch abgesehen davon, war es eine recht
glimpfliche Sache. Das Epizentrum selbst war nämlich nicht
nur 20 Km westlich der nächsten Stadt (Te Anau) in unbewohntem
Küstengebiet gelegen, sondern auch noch in 20 Kilmetern
Tiefe. Und dann waren es gerade mal "schlappe" 7.1
auf der Richterskala.
Was die Sache wirklich unheimlich machte (zumindest hier
in Dunedin), war die Tatsache, dass kein Rumpeln oder Donnern
das Beben ankündigte oder begleitete, wie wir es während
unserer Zeit in Chile schon einmal erlebt hatten. Es war
einfach totenstill und alles wogte.
Was hat das alles mit unserem Projekt zu tun? Nun, direkt
wohl nichts... wobei der etwas pessimistische Betrachter
befürchten würde, dass das Erdebeben in irgendeiner
Weise unsere geplanten Vorexpeditionen nach Breaksea Island
im Fiordland gefährden könnte. In welcher Form
sich diese Gefährdung manifestieren würde sei dahin
gestellt. Fest steht jedoch, dass das Department of Conservation
bisher sich eher zurückhaltend zu unseren Vorexpeditions-Anträgen
geäussert hat. Beziehungsweise gar nicht. Und das hat
schon wieder das Aroma der letztjährigen Komplikationen,
bei denen kurzfristig und mit nicht nachvollziehbaren (um
nicht zu sagen fadenscheinigen) Gründen zunächst
abgesagt, dann jedoch zähneknirschend zugesagt wurde.
Und der Zyniker könnte glatt annehmen, dass uns die
Vorab-Expeditionen mit der Begündung drohender Tsunamis
verwehrt werden könnte.
Doch wir sind weder pessimistisch noch zynisch - denn schliesslich
war dem DoC sehr viel daran gelegen unsere Bemühungen
an den Snares Pinguinen auf die Fiordland Pinguine umzulenken...
deswegen gehen wir davon aus im September zwei Kurztrips
nach Breaksea Island, Fiordland und Codfish Island unternehmen
zu können.
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