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 GPS Loggertests - prädikat: vielversprechend    Freitag, 30. August 2003, Oamaru   

Zwei Drittel des Teams
Die neuen GPS Logger von Earth&Ocean haben im ersten Test ganz gut ausgesehen. Nachdem Debakel mit den Sirtrack GPS Loggern im letzten Jahr, war unser Enthusiasmus respektive GPS doch eher gedämpft. Auf der anderen Seite, bietet sich auf den Snares keine Alternative. Radiotelemetrie ist logistisch ein no-goer und Satellitensender würden doch nur unbefriedigende (weil zu wenige) Daten liefern. Also bleibt nur GPS.

Diesmal machten wir einen grossen Bogen um Sirtrack, die uns im übrigen keinerlei Kompensation für den im letzten Jahr teuer bezahlten Elektroschrott anboten - ausser zwei ihrer neuesten GPS Logger Modelle. Die haben wir aber dankend abgelehnt, denn so verschroben die erste Serie designt war, schienen die Nachfolger nichts Gutes zu verheissen. In der Tat habe ich mittlerweile aus Auckland vernommen, dass die neuen Sirtrackmodelle tatsächlich auch ihre Macken haben - sie sind nicht wasserdicht.

Dave programmiert einen GPS logger
Die neuen Logger waren zwar um einiges teurer, machten aber schon allein in der Verarbeitung einen besseren Eindruck: hydrodynamisches Gehäuse, einfache Batteriewechselmöglichkeit, detaillierte Programmierung und zusätzliche Temperatur- und Tauchsensoren - alles Features, die die Sirtrackklötze schmerzlich vermissen liessen. Zudem ist ein solcher Earth&Ocean Logger bereits erfolgreich auf einem Magellanpinguin eingesetzt wurden. Nur testen mussten wir die Dinger noch. Nachdem wir zunächst einige Testläufe auf Fiordland Pinguinen angepeilt hatten (als Vorarbeit für unser Fiordland Projekt nächstes Jahr), verwarfen wir die Idee, einen der 4 GPS Logger die wir unser eigen nennen, auf einen Pinguin zu kleben - und zu riskieren das Gerät vor den Snares zu verlieren. Deswegen nur ein 'weicher' Test. So kam unser Expeditionsteam in Oamaru zusammen, wo wir bei winterlichem Sonnenschein, die GPS Logger in Gang setzten.

Kajak mit GPS Technik bestückt
Nachdem Dave im Wagen sitzend, den Laptop auf dem Schoss, den GPS Logger angekabelt auf dem Autodach, die Geräte programmiert hatte, rüsteten wir unser Aushilfspinguinssimulationskajak (Codename: Eudyptes kajakus) mit dem Hightech aus. Ursel schlüpfte derweil in einen Neoprenanzug und machte sich bereit mit dem Boot in See zu stechen. Aufgrund der doch eher unruhigen Verhältnisse im offenen Ozean, sollte sie sich auf einige Runden im Oamaru Harbour beschränken.

Als die Geräte schliesslich mit einigen Lagen Tesa-Tape (sollte ja alles authentisch sein!) auf unseren Hartplastikpinguinersatz geklebt hatten, nahm Ursel darin platz und paddelte von hinnen. Ein wenig mulmig war uns schon, als die erste Welle über den an der Bootsspitze befestigten GPS Logger schwappte. Zu unsere Schande müssen wir eingestehen, dass die nach selbiger Welle arg begossen aussehende Ursel, nicht als Anlass jedweder Besorgnis angesehen wurde.

Eudyptes kajakus urselus
Für die nächste halbe Stunde drehte Ursel ihre Runden im Hafen. Dave und ich machten uns auf den Weg zur Oamaru Blue Penguin Colony, wo wir kaffetrinkend und plauschend warteten, bis unser Experiment samt Ursel an den Strand unterhalb des Besucherparkplatzes auflief.

Noch in Denis Dove's Büro der Kolonie, luden Dave und ich die Daten von den GPS Geräten herunter, während Ursel sich in trockene Klamotten warf. Um kurz zusammezufassen: die Logger, benötigten alle zwischen 20 und 40 Sekunden um einen Positionsfix aufzuzeichnen (die Sirtrack Geräte hatten da zwischen 30 und 240 Sekunden gebraucht). Die daraus resultierenden Tracks waren fast deckungsgleich. Ebenso hatten sich die Geräte brav in den von Dave programmierten Intervallen eingeschaltet, die Position bestimmt, um dann wieder schlafen zu gehen (was die Sirtrack Logger vollkommen willkürlich taten - trotz 'Programmierung').

Fazit: alles in allem fühlen sich die Geräte nach diesem ersten Test auch weiterhin gut an. Klar, der Kajaktest ist um einiges anspruchsloser, als der Einsatz auf Pinguinen. Da müssen sich auch diese Logger erst bewähren. Aber immerhin denke ich, können wir mit Zuversicht in die Feldarbeit gehen.