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Über das Projekt

Status des Snares Pinguines
Die Snares Inseln sind in vielerlei Hinsicht einzigartig: sie zeichnen sich durch eine boreale Bewaldung in der subantarktischen Region aus, wurden in der Vergangenheit vom Menschen wenig beeinflusst und stellen den Lebensraum für eine Reihe endemischer Tier- und Pflanzenarten. Zu diesen endemischen, also nur auf den Snares vorkommenden Arten, zählt eine der 16 weltweit anerkannten Pinguinarten*: der Snares Pinguin (Eudyptes robustus). Etwa 26.000 - 30.000 Brutpaare bevölkern Northeast Island und Broughton Island; eine nicht lange zurückliegende Bestandsaufnahme, deutete einen stabilen und unter Umständen gar leicht aufsteigenden Trend der Pinguinpopulation an.

Trotzdem wird der Snares Pinguin von der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) in der "roten Liste" für gefährdete Tierarten als "vulnerable" (engl. gefährdet) eingestuft (siehe http://www.redlist.org). Durch das allein auf die Snares Inseln beschränkte Ausbreitungsgebiet, ist der Snares Pinguin anfällig für Störungen des natürlichen Gleichgewichts in der Snares Region, sei es durch natürliche Prozesse (z.B. Veränderungen im Vorkommen der primären Beutarten, Auftreten von Biogiften in Verbindung mit Algenblüten oder die negative Auswirkung klimatischer Effekte, wie das El Niño/La Niña Phänomen, aber auch besonders durch menschliche (anthropogene) Einflüsse (z.B. Ölkatastrophen, Überfischung).

Um für einen Ernstfall gewappnet zu sein, müssen wir zumindest ein Grundverständnis der Biologie des Snares Pinguin haben. Und genau dies hat das Snares Islands Projekt zum Ziel.

Was ist über den Snares Pinguin bekannt?
Insgesamt gesehen ist wenig bekannt über den Snares Pinguin. Wissenschaftliche gewonnene Erkenntnisse kann man fast an einer Hand abzählen: in den letzten 30 Jahren gab es nicht mehr als sechs Veröffentlichungen, in denen der Snares Pinguin nicht selten eher beiläufig erwähnt wird. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass man außer dem Aussehen und dem Artennamen kaum etwas über diese Pinguinart weiß.

Aus den wenigen Daten, die vorhanden sind, zeichnet sich jedoch ein eher beunruhigendes Bild ab. In einer 1988 veröffentlichen Studie wurde die mittlere Überlebenswahrscheinlichkeit adulter Snares Pinguine mit 5 Jahren angegeben, was - sollte es sich bestätigen - im Vergleich mit den anderen Pinguinarten bestürzend gering ist. Ferner schätzt eine 2001 erschienene Studie, dass lediglich 15% aller Snares Pinguin Küken ihr erstes Lebensjahr überleben. Und es ist effektiv nichts über die Faktoren bekannt, die solch niedrige Überlebenswahrscheinlichkeiten bewirken...

Was haben wir vor?
Einer der Schlüsselfaktoren für die erfolgreiche Aufzucht der Pinguinküken, ist das das Beuteangebot in der Nähe der Kolonie. Die Alttiere müssen ihren Nachwuchs regelmäßig mit Nahrung versorgen und sind daher in ihren Jagdreichweiten eingeschränkt. Wir werden versuchen herauszufinden, wo die Pinguine ihre Nahrung finden und woraus sich diese zusammensetzt. Um dies zu erreichen, werden einige ausgesuchte Altvögel mit so genannten Fahrtenschreibern oder Loggern ausrüsten. Diese kleinen wasserdichten Computer werden in regelmäßigen Abständen verschiedene Daten auf einem Speicherchip aufzeichnen, die hinterher auf einen Computer geladen werden können. Zum einen werden TDRs (Timed Depth Recorder) verwenden, die in bestimmten Zeitabständen über verschiedene Sensoren die Tauchtiefe, Wassertemperatur und Lichtverhältnisse aufzeichnen und uns so Aufschluss über das Verhalten der Pinguine auf See geben. Zum anderen stehen uns neuartige GPS Logger zur Verfügung, die - sobald der Pinguin an der Wasseroberfläche ist - über das Global Positioning Satellitensystem die exakte Position des Vogels aufzeichnen, so dass wir aus den einzelnen Positionsfixen, die im Verlaufe eines Beutezugs aufgezeichnet wurden, die Jagdrouten der Pinguine rekonstruieren können.

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*Nach wie vor wird darüber gestritten, ob es 16 oder 17 Pinguinarten gibt. Der Zankapfel ist, wie sollte es anders sein, der kleinste aller Pinguine, der Zwergpinguin (Eudyptula minor). Ursprünglich wurde der Weißflügelpinguin, der nur auf der neuseeländischen Banks Peninsula vorkommt, als eigene Art betrachtet. Neuere Erkenntnis aus der DNA Analyse weisen jedoch daraufhin, dass es sich bei der 17. Pinguinart allerhöchstens um eine Unterart des Zwergpinguins handelt.