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Die Snares Inseln

Die Snares Inseln (oder einfach 'Snares') sind eine von fünf subantarktischen Inselgruppen, die 1998 von der UNESCO wegen ihrer einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt zum Weltnaturerbe erklärt wurden. Sämtliche dieser Inselgruppen liegen süd-östlich oder südlich Neuseelands. Die anderen vier Inselgruppen sind die Auckland Islands, Campbell Islands, Antipodes Islands sowie die Bounty Islands. Die Snares liegen dem neuseeländischen Festland am nächsten, etwa 200 Kilometer von Neuseelands südlichster Stadt Bluff entfernt.

Die Snares bestehen aus einer Hauptinsel ('North East Island'), die von einigen kleinen Trabanteninseln umrahmt ist (z.B. Broughton Island, Alert Stack, die Daption Islands im Norden), sowie der 'Western Chain'. Die Westkette besteht aus einem Band kleinerer Inseln die allesamt einfallsreiche Maori-Namen tragen, nämlich 'Tahi' (gleichbedeutend mit 'Eins'), 'Rua' (was überraschenderweise 'Zwei' heißt), 'Toru' (oh Wunder: 'Drei'), 'Wha' (ja... ja... 'Vier') und schließlich 'Rima' (bedeutet '2000'... nur ein Witz... 'Fünf' ist die richtige Übersetzung).

Alle Inseln der Snaresgruppe sind durch steile Granitkliffs begrenzt, von einigen flachen Strandbereichen im Osten abgesehen. Das Klima der Snares wird durch eine warme nördliche Strömung beeinflusst und die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei milden 11°C; die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 1200 mm/m².

Geschichte
Entdeckt wurden die 340 Hektar umfassenden Inseln, kurioserweise von zwei Schiffen gleichzeitig (der Chatham unter Lt. Broughton, der auf dem Weg war die Nordwestpassage zu entdecken, und der Discovery unter Captain Vancouver, der sicherlich auch etwas entdecken wollte) am 23. November 1791.

Die Snares sind die einzige bewaldete Inselgruppe, die frei von eingeführten Landsäugetieren (Ratten, Kaninchen) sind, mal vom Menschen abgesehen. Und selbst Menschen ließen sich in großer Anzahl selten blicken. Eigentlich waren die Snares nie bewohnt… nimmt man die Geschichte von 4 Robbenschlägern aus, die so unglaublich ist, dass sie doch hier noch einmal frei wiedergegeben werden soll.

Mitte des 19. Jahrhunderts segelte ein Robbenschlägerschiff von Australien aus durch die 'roaring forties' (die Breiten von 40° Süd abwärts). Irgendwo auf der Tasmanischen See wurden vier blinde Passagiere in den Stauräumen entdeckt, die sich schnell als aus dem Knast entfleuchte Verbrecher entpuppten. Da Robbenschläger selbst aus einem härteren Holz geschnitzt waren, wurden die vier einfach in die Besatzung integriert. Dummerweise wurden die Lebensmittel schnell knapp, so dass der Kapitän den Entschluss fasste, die vier auf den Snares auszusetzen, damit sie dort der Robbenpopulation beikommen würden. „Wir sind bald wieder da und holen euch und die Beute an Bord“, sagte der Kapitän und ließ Segel setzen. Wahrscheinlich winkten die vier Knastbrüder noch fröhlich mit den Knüppeln, packten die Robbenbottiche zum Auskochen des Robbenfettes und machten sich ans Werk.

5 Jahre später ging ein anderer Robbenschläger bei den Snares vor Anker. Sicherlich war die Besatzung ein wenig verwundert, als ihnen plötzlich drei Männer entgegen liefen. Generös nahm man die drei auf und brachte sie zum Festland, wo ihre Geschichte gewaltige Wellen schlug. Denn wie sich herausstellte, hatten sie ihren vierten Kameraden eines Nachts über eine Klippe gestürzt, weil dieser verrückt geworden war. Zum Dank wanderten die drei wegen Mordes lebenslang ins Kittchen…

Fauna
Aufgrund der Abwesenheit der eingangs erwähnten Landsäugern, stellen die Snares einen intakten Lebensraum für Vögel und Robben und (die sich von der Robbenschlägergeschichte erholt haben) dar. Seevögel nutzen mehr oder weniger jeden Quadratmeter der Snares als Nestgrund oder Ruheplatz. Dunkelsturmtaucher (engl. Sooty Shearwater, maori: 'Titi') sind dabei die zahlreichste Seevogelart. Mehr als 5 Millionen Sooties bevölkern in den Sommermonaten die Inseln. Der Torfboden der Inseln ist von den Nesthöhlen der Vögeln regelrecht unterminiert und in der Dämmerung ist der Himmel über den Inseln mit tausenden Sooties erfüllt, bevor die eleganten (aber mit bestürzend miesen Landefähigkeiten ausgestatteten) Segler mit lautem Getöse durch das Blätterdach des Waldes krachen.

Die wohl zweithäufigste Vogelart der Snares sind Gemeine Sturmtaucher (engl. common diving petrel, Maori: 'Kuaka'), die auf den Snares die südliche Grenze ihres Verbreitungsgebietes finden. Drei Albatrossarten brüten auf den Snares. Der farbenprächtigsten sind sicherlich Buller's Mollymauk (engl. Buller's Mollymawk) die auch mit 18.000 Individuen die größte Brutpopulation auf den Inseln stellen. Salvin's Mollymauks sind weniger farbenprächtig und brüten nur in kleiner Zahl auf den Inseln, sind hingegen im Frühjahr, die dominierende Art auf See. Küstenseevögel der Snares umfassen die Antarktische Seeschwalbe, Skuas und Rotschnabelmöwen.

Der Snares Pinguin kommt, wie sein gemeiner Name schon erkennen lässt, nur auf den Snares vor. Etwa 60.000 der Pinguine brüten hier und es gibt mehr als 100 verschiedene Kolonien auf den Inseln. Wo Pinguine brüten, wächst im wahrsten Sinne des Wortes kein Gras mehr, doch die Pflanzenwelt wächst nach, wenn die Kolonien sich im Laufe der Jahre verlagert haben.

Zwei Arten von Meeressäugern kommen auf den Snares vor: die Neuseeländische Pelzrobbe und der Hooker Seelöwe. Speziell letztere sind für Forschungsvorhaben auf den Snares oftmals im wahrsten Sinne des Wortes ein Brocken im Weg: die Tiere schleppen ihre, zum Teil gewaltigen Fleischmassen gerne auf die wenigen etablierten Pfade in der Station Cove (dem Basislager auf der Nordost Insel) und blockieren mitunter den Weg zum Klo (oder auch das Klo selber).