Startpage Project diary The Snares Crested Penguin The Snares Islands About the project About us
zur deutschen Version
   
The Snares Crested Penguin

Eudyptes robustus
Der Snares Pinguin stellt eine der sechs existierenden Schopfpinguinarten (die oft auch als Dickschnabelpinguine bezeichnet werden). Seinen wissenschaftlichen "Nachname" robustus verdankt der Snares Pinguin seinem kurzen, kräftigen, rotbraunem Schnabel, der seinen Entdeckern wohl seinerzeit gehörigen Respekt eingeflößt haben muss.

Ein ausgewachsener Snares Pinguin steht 50 bis 60 cm hoch und bringt 3 bis 3,5 Kilogramm auf die Waage. Vom Erscheinungsbild ähnelt der Snares Pinguin dem Fiordland Pinguin (Eudyptes pachyrhynchus), der weiter nördlich auf dem neuseeländischen Festland zu finden ist. Jedoch fehlt dem Snares Pinguin der auffällig weiße "Backenbart" der Fiordland Pinguine, eine Reihe feiner weißer Federstreifen im Wangenbereich des ansonsten schwarzen Gesichtes. Das auffälligste Merkmal aller Schopfpinguine sind die lang-buschigen goldgelb leuchtenden "Augenbrauen", eben jene Federschöpfe, die der Familie ihren Gemeinnamen geben.

Vorkommen und Populationsstärke
Snares Pinguine sind Vögel der gemäßigten subantarktischen Zone südlich von Neuseeland deren einziges Brutgebiet die 341 Hektar großen Snares Islands sind. Einzelne Vögel, oft im Verbund mit anderen Mitgliedern der Eudyptes-Familie, werden jedoch nicht selten während der Mauser vom neuseeländischen Festland gemeldet; in einigen Einzelfällen haben es Ausreißer sogar bis Tasmanien und Südaustralien geschafft. Die Snares Pinguine verlassen ihre Brutkolonien im Zeitraum von Februar bis August (mit Ausnahme einiger Wochen im März/April, wenn die Vögel zur Mauser an Land gehen).

Brut
Mehr als 100 einzelne bis zu mehrere hundert Brutpaare umfassende Kolonien sind auf North East Island und deren kleinerem Nachbarn Broughton Island bekannt. Die Pinguine brüten entweder auf Lichtungen zwischen der borealen Bewaldung der Snares oder unterhalb des dichten Geflechts des Waldes. Nicht selten bietet sich ein für Pinguine ungewöhnliches Bild nämlich wenn es sich die Vögel auf den Ästen der Bäume bequem machen und dösen. Ein Grund hierfür ist sicherlich der zum Teil extrem aufgeweichte Boden vieler Kolonien. Die Pinguine zerstören sämtliche Vegetation in ihrem Umfeld, was in knöcheltiefen Schlammbädern im Bereich der Kolonien resultiert. Da die Kolonien über die Jahre jedoch langsam wandern, werden aufgegebene Areale von der Vegetation neu besiedelt.

Das Nest der Snares Pinguine ist in der Regel eine flache Mulde, die von Stöckchen, Steinchen oder Guano umrandet ist. Die Nestdichte in den Kolonien fällt im Vergleich mit anderen Pinguinarten moderat aus: lediglich ein Maximum von 2 Nestern pro Quadratmeter wurden bestimmt.

Wie bei Fiordland Pinguinen, schlüpft bei den Snares Pinguinen das erste Küken stets aus dem zweitgelegten Ei, aus dem kleineren ersten Ei schlüpft nichts und wenn doch ein Küken daraus hervorgeht, stirbt dieses wenige Tage später. Dementsprechend bringen die Snares Pinguine immer nur ein Küken durch – eine Eigenart, die sie mit allen anderen Schopfpinguinen teilen und die von der Wissenschaft als "Brutreduktion" bezeichnet wird.

Während der ersten Phase (der sog. "Bewachungsphase") des Kükenwachstums, bleibt stets das Männchen bei dem Küken; die Mutter geht tagsüber auf See, kehrt aber abends zurück, um das Küken zu füttern.

Wenn die Küken relativ selbstständig sind (d.h. wenn sie ihre Körpertemperatur selbst regulieren können), werden sie von ihren Eltern übertags allein gelassen. Die Jungen bilden in den Kolonien Kindergärten oder "Crèches", in denen bis zu 30 Jungtiere in engem Kontakt mit einander den Tag verbringen. Im Alter von etwa 3 Monaten werden die jungen Snares Pinguine flügge.

Fressfeinde
Erwachsene Snares Pinguine fallen gelegentlich Seelöwen oder Seeleoparden zum Opfer; andere marine Fressfeinde sind Haie und Schwertwale (Orcinus orca). Jungtiere, die zum ersten Mal ihre Kolonien verlassen wollen, werden nicht selten von Riesensturmvögeln (Macronectes giganteus) gefressen. Es ist nicht beobachtet worden, dass Braunskuas (Catharacta skua) Eier stehlen oder Küken töten, doch die Raubmöwen gehen häufig der Rolle eines Aasfressers in den Kolonien der Snares Pinguine nach.